Kosten & Finanzierung

Notarkosten beim Immobilienkauf in Frankreich

Die sogenannten „Notarkosten“ (frais de notaire) sind in Frankreich einer der größten Nebenkostenblöcke beim Immobilienkauf — und meist der überraschendste Posten für deutsche Käufer. Der Name ist irreführend: der eigentliche Anteil des Notars ist gering. Der Löwenanteil sind staatliche Abgaben.

7 Min. LesezeitAktualisiert: November 2025

Was sind die frais de notaire wirklich?

Die frais de notaire fassen alle Erwerbsnebenkosten zusammen, die über den Notar abgewickelt werden. Sie enthalten drei Blöcke: die staatlichen Erwerbssteuern (droits d'enregistrement/de mutation), Auslagen und Gebühren des Notars sowie die notarielle Honorierung selbst (émoluments).

Höhe: Bestand vs. Neubau

  • ·Bestandsimmobilie (ancien): rund 7–8 % des Kaufpreises
  • ·Neubau (VEFA oder Erstverkauf): rund 2–3 % des Kaufpreises
  • ·Nur Grundstück: rund 7–8 %, je nach Département

Aufschlüsselung eines Beispiels (Bestand, 300.000 €)

  • ·Kaufpreis: 300.000 €
  • ·Droits de mutation (Département): ca. 5,8 %
  • ·Contribution de sécurité immobilière: 0,1 %
  • ·Émoluments du notaire (degressiv): ca. 1 %
  • ·Debours (Auslagen, Grundbuch, Kataster): einige hundert Euro
  • ·Summe frais de notaire: rund 22.000–23.000 €

Wer wählt den Notar?

Notar ist in Frankreich Amtsträger. Käufer und Verkäufer können den gleichen Notar nutzen — die Gebühren bleiben gleich. Beauftragen beide Seiten je einen eigenen Notar, teilen sich die émoluments und beide sind vertreten. Das entstehen keine Zusatzkosten.

Wann und wie werden sie bezahlt?

Die frais de notaire werden am Tag der Beurkundung (acte authentique) fällig — zusammen mit dem Kaufpreis. In der Regel per Banküberweisung auf das Notariat, vor dem Termin.

Können frais de notaire mitfinanziert werden?

Für Residente in Frankreich ist die Mitfinanzierung („prêt à 110 %“) möglich, aber nicht die Regel. Nicht-Residente sollten die Nebenkosten fest im Eigenkapital einplanen — Banken bestehen häufig darauf.

Häufige Fragen

Sind Notarkosten in Frankreich verhandelbar?
Der staatliche Anteil (rund 80 %) ist gesetzlich festgelegt und nicht verhandelbar. Auf die émoluments des Notars gibt es bei Kaufpreisen über 100.000 € einen begrenzten Nachlassspielraum (bis 20 % auf den Anteil über der Grenze).
Wer zahlt die Notarkosten — Käufer oder Verkäufer?
In der Regel der Käufer. Ausnahme: die selten genutzte acte en main-Klausel, bei der der Verkäufer sie übernimmt.
Gibt es einen Notarkosten-Rechner für Frankreich?
Ja, viele öffentliche Rechner (u. a. der Notariatskammer und ANIL) liefern belastbare Schätzungen anhand von Département und Kaufpreis.
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